Mit Erasmus nach Helsinki: AvH‑Schülerinnen und ‑Schüler entdecken Finnlands Bildung und ihre berufliche Zukunft

Zwölf Schülerinnen und Schüler der Alexander‑von‑Humboldt‑Schule Viernheim haben Ende März im Rahmen eines Erasmus‑Projekts eine Woche lang das Business College Helsinki und die Haaga‑Helia University of Applied Sciences besucht. Begleitet wurden sie von Studien­direktor Dirk Tritsch sowie Robin Zubrod vom Förderband Viernheim e.V., der als pädagogischer Leiter insbesondere die Berufsorientierung der Teilnehmenden im Blick hatte.

Während der fünftägigen Begegnung stand neben dem Kennenlernen der finnischen Kultur vor allem das Bildungssystem im Mittelpunkt. In Workshops und Hospitationen erlebte die Gruppe, wie in Finnland vom Kindergarten bis zur Hochschule ein durchgängiges, „ohne Sackgassen“ aufgebautes System dafür sorgt, dass alle jungen Menschen weiterlernen und jederzeit neue Bildungswege einschlagen können. Besonders beeindruckt waren die Jugendlichen davon, dass Bildung von der Vorschule bis zur Hochschule kostenfrei ist und große Bedeutung auf Chancengleichheit, demokratische Werte und die Förderung individueller Stärken gelegt wird.

Ein dichtes Programm führte die Gruppe unter anderem an die Haaga‑Helia University, das Business College Helsinki, das Fazer Experience Center, die Aalto‑Universität sowie in den Unterricht der finnischen Partnerschule. Dort lernten die Schülerinnen und Schüler Studien‑ und Ausbildungswege in Wirtschaft, IT, Gesundheit und Marketing kennen, arbeiteten zu Themen wie Nachhaltigkeit, Green Deal, Start‑ups und europäischer Arbeitsmarkt und diskutierten in der deutschen Botschaft die Rolle Europas, demokratische Werte und berufliche Perspektiven im Ausland. Bei einer „Amazing City Rallye“ durch Helsinki konnten sie zudem ihre Sprachkenntnisse praktisch anwenden und gemeinsam mit finnischen Jugendlichen Aufgaben im Stadtraum lösen.

Für die Berufsorientierung war die Fahrt ein Gewinn auf mehreren Ebenen. Die Teilnehmenden setzten sich intensiv mit Fragen auseinander wie: „Welche Wege stehen mir nach dem Abitur offen?“, „Welche Rolle spielen Auslandserfahrungen für meine berufliche Zukunft?“ und „Wie kann ich Nachhaltigkeit und europäische Themen in meinem späteren Beruf verankern?“. Viele Jugendliche berichteten im Abschlussgespräch, dass sie sich nun eher vorstellen können, ein Studium oder eine Ausbildung im Ausland zu absolvieren, ein Praktikum in Europa zu machen oder in einem internationalen Unternehmen zu arbeiten.

Der Träger der Jugendberufshilfe Förderband Viernheim e.V. sieht in solchen Projekten einen wichtigen Baustein gelingender Übergänge von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf. Insbesondere Lernende mit Migrationsgeschichte oder erhöhtem Unterstützungsbedarf profitieren davon, ihre Stärken in einem internationalen Umfeld zu erleben und neue Zukunftsbilder zu entwickeln. Die Erasmus‑Kooperation mit dem Business College Helsinki und Haaga‑Helia soll daher fortgeführt und nach Möglichkeit um weitere Angebote zur beruflichen Orientierung und zum europäischen Austausch ergänzt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert